Der Angebotspreis einer Immobilie ist nicht automatisch der spätere Verkaufspreis. Warum zwischen beiden oft ein Unterschied liegt und wie der tatsächliche Marktpreis entsteht.
Wenn Eigentümer ihre Immobilie verkaufen möchten, fällt meist früh ein Satz wie:
„Wir stellen sie erst einmal für 650.000 Euro ein und schauen, was passiert.“
Das klingt nachvollziehbar. Schließlich wird bei vielen Anschaffungen verhandelt. Warum also nicht auch bei einer Immobilie?
Die spannende Frage lautet jedoch:
Ist der Angebotspreis tatsächlich der Preis, zu dem die Immobilie später verkauft wird?
Die Antwort ist einfach:
Nicht unbedingt.
Denn zwischen Angebotspreis und Verkaufspreis liegt oft ein spannender Weg – und manchmal auch ein erheblicher Unterschied.
Angebotspreis, Marktwert und Verkaufspreis sind nicht dasselbe
Zunächst lohnt sich ein Blick auf die Begriffe.
Der Angebotspreis
Das ist der Preis, mit dem eine Immobilie auf den Markt kommt.
Er dient dazu:
Aufmerksamkeit zu erzeugen
die richtige Zielgruppe anzusprechen
Besichtigungen zu generieren
Der Angebotspreis ist also zunächst eine Vermarktungsentscheidung.
Der Marktwert
Der Marktwert beschreibt den Preis, der unter normalen Marktbedingungen voraussichtlich erzielt werden kann.
Dabei spielen unter anderem eine Rolle:
Lage
Zustand
Größe
Ausstattung
aktuelle Nachfrage
Der Marktwert ist deshalb keine Wunschvorstellung, sondern eine fundierte Einschätzung.
Der Verkaufspreis
Der Verkaufspreis ist der Betrag, auf den sich Käufer und Verkäufer letztlich einigen.
Und genau dieser Preis entsteht häufig erst im Laufe der Vermarktung.
Früher wurde oft überboten
Viele Eigentümer erinnern sich noch an die Jahre mit niedrigen Zinsen.
Damals war es nicht ungewöhnlich, dass
mehrere Kaufinteressenten gleichzeitig vorhanden waren
Bieterverfahren entstanden
Preise sogar über dem Angebotspreis erzielt wurden
Diese Erfahrungen prägen bis heute viele Preisvorstellungen.
Der Markt hat sich jedoch verändert.
Heute wird genauer gerechnet
Aktuell erleben wir vielerorts einen Käufermarkt.
Das bedeutet:
mehr Angebot
mehr Vergleichsmöglichkeiten
längere Entscheidungsprozesse
Käufer prüfen heute deutlich genauer:
Finanzierung
Zustand
Energieeffizienz
künftige Investitionen
Dadurch wird auch intensiver verhandelt.
Und das ist völlig normal.
Lesen Sie hierzu auch unseren Blogbeitrag: Warum heute oft mehr als ein Besichtigungstermin bis zur Kaufentscheidung nötig ist | Volksbank Berlin Immobilien GmbH
Ein hoher Angebotspreis ist keine Preisgarantie
Ein häufiger Irrtum lautet:
„Wenn wir hoch einsteigen, können wir später immer noch runtergehen.“
In der Praxis funktioniert diese Strategie nicht immer.
Warum?
Weil Käufer sehr gut informiert sind.
Sie vergleichen:
ähnliche Immobilien
vergangene Preisentwicklungen
Marktangebote
Liegt der Angebotspreis deutlich über dem Markt, entstehen oft:
weniger Anfragen
weniger Besichtigungen
längere Vermarktungszeiten
Im schlimmsten Fall verliert die Immobilie an Aufmerksamkeit.
Warum realistische Preise oft erfolgreicher sind
Interessanterweise erzielen Immobilien häufig dann besonders gute Ergebnisse, wenn sie von Anfang an realistisch positioniert werden.
Denn: Realistische Preise schaffen Vertrauen.
Sie sorgen für:
mehr qualifizierte Anfragen
ernsthafte Besichtigungen
bessere Verhandlungspositionen
Und manchmal sogar für mehrere Interessenten gleichzeitig.
Verhandlungen gehören dazu
Auch bei einer sehr guten Preisstrategie sind Verhandlungen völlig normal.
Schließlich geht es für Käufer meist um die größte Investition ihres Lebens.
Ein gewisser Verhandlungsspielraum gehört deshalb zu fast jedem Verkauf.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass große Preisnachlässe erforderlich sind.
Entscheidend ist vielmehr, wie gut Angebotspreis und Marktwert zusammenpassen.
Der richtige Preis entsteht im Markt
Ein schöner Gedanke aus der Immobilienpraxis lautet:
Eine Immobilie ist nicht das wert, was der Eigentümer hofft.
Und auch nicht das, was ein Online-Rechner ausspuckt.
Sie ist letztlich das wert, was ein Käufer bereit ist zu bezahlen.
Genau deshalb entsteht der tatsächliche Verkaufspreis immer im Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage.
Fazit: Der Verkaufspreis wird nicht festgelegt – er wird gefunden
Der Angebotspreis ist ein wichtiger Startpunkt.
Er ist jedoch weder eine Garantie noch automatisch der spätere Verkaufspreis.
Erfolgreiche Immobilienverkäufe entstehen dann, wenn Angebotspreis, Marktwert und Nachfrage möglichst gut zusammenpassen.
Oder anders gesagt:
Der Angebotspreis bringt die Immobilie auf den Markt.
Der Verkaufspreis entsteht im Markt.
Gerne unterstützen wir Sie dabei, den richtigen Angebotspreis für Ihre Immobilie zu finden – damit aus Interesse auch ein erfolgreicher Verkauf wird. Nehmen Sie Kontakt auf oder rufen Sie uns einfach an.